25.07.2008

Wie werde ich Linux-Lamer

---------------------- Wie werde ich Linux-Lamer ---------------------

- Bezeichne dich als "Profi". In Steigerungsform "Computer-Profi" und
  falls du besonders lame klingen willst "EDV-Profi". 

- Lass dir einen Schnauzbart wachsen.

- Interessiere dich für Betriebssysteme, und entwickle tiefe
  religiöse Gefühle wenn es darum geht welches Betriebssystem DU
  benutzt. Betrachte dich als Kreuzritter in der epischen Schlacht
  gegen das absolut Böse. Das Überleben der Menschheit steht auf dem
  Spiel!

- Rede in jeder Situation von "kernel", "shell", "x-term" und "open
  source", insbesondere auf Partys und in öffentlichen Verkehrsmitteln.
  Das ermöglicht es dir zu beeindrucken und für einige Sekunden zu
  brillieren, auch wenn sich der Mehrzahl deiner Zuhörer vor
  Peinlichkeit die Fußnägel aufrollen.

- Schwöre auf kryptische und unbenutzbare Programme wie vi, emacs,
  gnuplot, x-wix etc. Falls das jemand belächelt, sage diese Programme
  seien "mächtig".

- Habe starke Meinungen. Lautstarkes Geschwätz, anderen ungefragt ins
  Gesicht geblasen, gibt dir Recht.

- Benutze ausschließlich Shareware und Freeware, vornehmlich
  Lebenswerke skandinavischer Gummizelleninsassen. Fiebere zusammen mit
  einer großen Fangemeinde sehenssüchtig der neuesten Version entgegen
  und krieche Software und Programmierer gleichermaßen in den A.

- Glaube an das "Anti-Occams-Razor"-Prinzip: Von zwei Programmen die
  den gleichen Zweck erfüllen ist immer jenes das 'bessere' welches
  länger zu lernen, schwieriger zu installieren und unangenehmer zu
  benutzen ist.

- Verwende die Shell. Vertrete dogmatisch die Meinung, die Shell sei
  jeder anderen Art einen Computer zu bedienen überlegen. Lerne jedes
  hieroglyphische Kommando and versuche andere damit zu beeindrucken.
  Auch in 50 Jahren werden Computer nur mit Befehlen wie "tar -xvf
  bullshit" richtig zu bedienen sein.

- Benutze Skriptsprachen. Alle Probleme für die Computer notwendig
  sind werden am professionellsten durch aufgeblasene, langsame und
  fehleranfällige Skriptschlachten gelöst.

- Lese Foren und Newsgroups und beteilige dich an Diskussionen über
  Linux. Predige mit missionarischem Eifer für die Verkündung des
  Linus, denn du bist erleuchtet. Gelobe geistige Armut, Gehorsam und
  ewige Betriebssystemkeuschheit. Pilgere mindestens einmal in deinem
  Leben zu einem Linux-Kongress.

- Mache es dir zum Lebensinhalt, "fvwm" einzurichten, "Filesysteme zu
  mounten" und "sendmail" zu konfigurieren. Dabei ist es von
  untergeordneter Bedeutung, ob diese jemals benutzt werden. Behaupte
  trotzdem standhaft vor Kollegen, dies alles sei "unverzichtbar".

- Beglücke jeden in Emails und Forumsbeiträgen mit lustigen Zitaten
  aus "Star Trek", "Herr der Ringe" sowie "Per Anhalter durch die
  Galaxis". Gleichgesinnte werden sich freuen, dass auch DU geistig in
  der Pubertät stecken geblieben bist.

- Baue in deinem Ein-Personen-Haushalt ein Linux-Netzwerk mit
  mehreren Rechnern auf. Die Faszination, einen Computer durch einen
  anderen fernzusteuern, entspricht der kindlichen Begeisterung einer
  elektrischen Spielzeugeisenbahn und wird dir über viele einsame
  Stunden hinweghelfen.

- Bereichere das Internet mit einer Lynx-kompatiblen Webseite, auf
  der Bilder von dir selbst, deiner Exfrau und dem Linux-Maskottchen zu
  finden sind. Sorge dafür, dass Verweise auf diese wichtigen
  Informationen richtig in Internet-Suchmaschinen eingetragen sind.
  Vergiss den Web-Counter nicht.

- Gebe dich wissenschaftlich. Lasse bei anderen den Eindruck
  entstehen, dass du Computer und Linux für komplizierte informatische
  Probleme einsetzt. Nicht funktionierende Drucker und flimmernde
  Bildschirme sind dabei lediglich ein "Konfigurationsproblem".

- Bekämpfe jeden Versuch Computer zu vereinfachen und deren Bedienung
  zu erleichtern. Denn wenn das eintritt, bist du sofort kein "Profi"
  mehr.

- Falls das alles nicht klappt, werde zum "Propheten des Untergangs".
  Verbreite überall die depressive Philosophie "alles war früher
  besser" oder "es herrscht kein Idealismus mehr, jeder strebt nur noch
  nach Profit".

(Quelle: http://www.fishboard.de/hrbecker/lamer.TXT, erwähnt bei www.symlink.ch)