Xclasses ermöglicht es auf einfache Art Oberflächen unter dem grafischen X-Window System zu erstellen, es soll dem Programmierer ermöglicht werden, einfach und schnell Programme mit standardisierten und übersichtlichen Oberflächen zu erzeugen und sich dadurch auf die Hauptaufgaben seines Programms zu konzentrieren. Dazu sind nur geringe Kenntnisse von X-Windows Interna nötig, da Xclasses die meisten Funktionen durch einfache Klassen abdeckt und zusammenfaßt. Bei konsequenter Nutzung der Klassen kommt der Programmierer auch mit keinerlei Zeigern oder Handels von X-Windows in Kontakt.
Zur Nutzung von Xclasses in eigenen Programmen sind jedoch Kenntnisse in C++ sowie C-Kenntnisse, Bedienung und Nutzung von C/C++ Compilern und Linkern angebracht.
Für den Anwender von mit Xclasses geschriebenen Programmen liegen die Vorteile vor allen in der leichten Erlernbarkeit, da sich Xclasses in Optik und Verhalten an die unter X-Windows gewohnten Konventionen hält. Außerdem ist jede Oberfläche komplett an die Bedürfnisse des Anwendersystems anpassungsfähig, da jeder Anwender Zeichensätze und Fenstergrößen nach Belieben ändern kann. Nicht zuletzt sind Xclasses Oberflächen schnell im Aufbau und Xclasses-Programme sind relativ klein.
Die Klassensammlung ist modular aufgebaut, was die Compilierzeit und bei statischem Linken vor allem die fertige Programmgröße reduziert. Außerdem kann so die Sammlung leicht erweitert werden und neue Klassen in das Gesamtpaket aufgenommen werden.
Allen Elementen kann ein Hilfetext zugeordnet werden, der von Xclasses verwaltet und auf Wunsch des Anwenders angezeigt wird. Weder der Programmanwender noch der Programmautor oder der Klassenschreiber braucht sich darum zu kümmern.
Hier eine Liste einiger Schlagworte der Xclasses: Objektorientiert - wie jede andere auch....komplett in C++ geschrieben (schon seltener!)basiert auf der Xlibsoll den Progrmmierer weitgehenst von irgendwelchen X-Besonderheiten fernhaltenleicht zu erweitern mit eigenen KlassenOberflächen sind Font- und Kontextsensitiv, d.h. sie passen sich den Gegebenheiten wie Font- und Fenstergröße immer optimal an (was dem Grundgedanken des X Window Systems entspricht)keine lästige langwierige Oberflächenerzeugung mit X/Y Koordinaten,Oberflächendesignern, komischen Abhängigkeiten und ankleben durch hierarchisches Gruppen-Prinzipmodularer Aufbaueingebaute Hilfefunktion zu jedem Objektoptische 3D OberflächeOberflächenoptik entspricht denen von anderen X11 Systemen und nicht anderen Systeme (wie z.B. Windows)nutzt Xpm StandardTastatursteuerung möglichallgemeine Grafik Objekte Klasse, leicht zu erweiternwenn nur die Klassen genutzt werden muß man sich um keinerlei Zeiger kümmernUnterstützung des X Resource Managersläuft auf allen Unix Systemen mit X Window Systemeine Oberfläche in nach Einarbeitungsphase innerhalb kurzer Zeit erstellt (hälfte oder weniger der Zeit von anderen Systemen und "GUI-Malprogrammen")
Xclasses ist in den erforderlichen Systemkomponenten sehr sparsam. Die meisten sind auf Systemen mit X-Window System sowieso installiert. Zum Betrieb sind folgende Systemkomponenten nötig und sollten wenn nicht vorhanden installiert werden, da nicht nur Xclasses davon profitiert: Xlib (logischerweise, sonst kein X)Xext - Erweiterung zur XlibXpmLib - Library zur Verwaltung von X Pixmaps (XPM's)C++ und C Compiler und Includes installiert (vorzugsweise den GNU C Compiler, da andere oft kein richtiges C++ können, vgl. Kapitel )
Sollte man keine Xpm Library zur Verfügung haben, befindet sich im Xclasses Archiv der Quellcode zum Erzeugen einer statisch linkbaren Fassung. Diese muß dann beim Linken eines Programms mit Pfad angegeben werden. In den folgenden Beispielen und Beschreibungen wird jedoch immer von einer dynamischen Xpm-Library ausgegangen. Ansonsten muß man jedoch nur "libXpm.a" beim Linken mit angeben (evtl. mit Pfad), die Option "-lXpm" kann entfallen.
Diese Beschreibung gliedert sich in drei Teile:Benutzen ("Anwenden") der Xclasses in eigenen ProgrammenSchreiben von eigenen Xclasses KlassenAnwenderhandbuch - wie man Xclasses Programme bedient